MEA ist das Mark auf dem Label.
Die Tastingsbros / @Antoine_asaro haben mal eigene Recherchen gemacht und dazu u.a. bei Main selbst nachgefragt. Da taucht MEA auch auf. Als Main Enmore AWM
Hier bei @mr-crisp taucht MEA auch auf, als 1990er Mark ebenfalls mit versailles zuordnung:
Allerdings müssten die ungefärbt sein. Der neue Gourmet Pool ist so dunkel wie die MECs oder? Es gab auch eine ganze Reihe an hellen “Enmores” von 1988, aber die habe ich nie probiert z.B. RX2230
Es gibt zwei MEA Releases von Velier
1988 RX6179
1990 RX5685
@SCR war damals der auffassung der 1988er sei Versailles und das sind auch helle kontinentale Rums
Enmore (Versailles) 1988 “AWM / MEA” – Single Cask Rum
Edit. Noch mehr über das Mark hier:
Hier wird es als leichtes Versailles Mark beschrieben
Ich gehe von einem ganz normalen MEC 1988 aus, wie wir sie schon unzählige Male bekommen haben.
In der Teilung hier auf RumX schien der Abfüller ebenfalls vom Mark MEC auszugehen:
Aus 1988 kennen wir bisher nur zwei Batches. Das helle mit dem Mark AWM, welches auch ein Enmore-eigenes Mark zu sein scheint und bei Main unter MEA läuft und das dunkle, MEC, zu dem es m.W.n. noch nie ein offizielles Mark gab, nur eben dieses Main Mark. Ob das C für Coloured steht, darüber wurde lange spekuliert. Möglich ist aber auch, dass das C für ein Mark steht, das wir bisher nicht kennen.
Die Angabe, dass der Rum auf der wooden Coffey Still gebrannt wurde, ist nach meiner Einschätzung nicht viel wert. Häufig setzen sich Broker als auch Bottler nur oberflächlich mit diesem sehr komplexen Thema auseinander und finden dann, nachdem sie Enmore gegooglet haben, heraus, dass zu Enmore eben diese Coffey Still gehört und glauben dann das Rätsel gelöst zu haben. Welche Stills dann dort von wo nach wo gewandert sind übersteigt dann den Wissensstand der meisten. Es gab unzählige MEC als auch AWM in den letzten 25 Jahren und es wurde, insbesondere auch schon als es dazu quasi noch keine Nerds gab, fast immer eine Pot Still angegeben, teils sogar mit dem Zusatz Enmore Versailles, denn sicher ist, dass die einzige Pot Still die sich 1988 bei Enmore befand die Single Wooden Pot Still aus der ehem. Versailles Distillery war.
Einen EHP 1988 kann ich deshalb nicht ausschließen, aber zumindest für verdammt unwahrscheinlich halten, zumal auch Gourmet Pool von einem MEC sprach und der abv von knapp unter 50% ebenfalls exakt zum bekannten Batch passt.
So Leute,
Hier mal die Rückmeldung von Gourmetpool zur Frage:
Gerne möchte ich den Hintergrund dieses Fasses kurz und sachlich einordnen.
Die Annahme, Enmore-Destillate seien grundsätzlich dem Versailles Still zuzuordnen, ist verständlich, greift historisch jedoch zu kurz. In den 1980er Jahren war Enmore ein Produktionsstandort mit mehreren Brennapparaten. Der hölzerne Coffey Still war zu diesem Zeitpunkt integraler Bestandteil der Destillation vor Ort. Entsprechend existieren authentische Enmore-Destillate aus genau diesem Wooden Coffey Still, insbesondere aus den späten 1980er Jahren, also vor der finalen Zentralisierung der Stills in Guyana.
Das vorliegende Fass aus dem Jahr 1988 stammt nachweislich aus diesem hölzernen Coffey Still. Stilistisch wie analytisch zeigt es genau jene Charakteristika, die diesen Brennapparat so außergewöhnlich machen: eine elegante, wachsige Struktur, große Tiefe und eine bemerkenswerte Stabilität über lange Reifezeiträume.
Ein wesentlicher Teil der Reifung erfolgte unter tropischen Bedingungen, bevor der Rum für einen signifikanten, abschließenden Zeitraum von etwas mehr als einem Drittel seiner Gesamtreife continental weitergelagert wurde. Diese Kombination aus tropischer Intensität und anschließender kontinentaleuropäischer Ruhephase trägt maßgeblich zur außergewöhnlichen Balance und Präzision des Destillats bei.
Gerade diese Destillationsart ist ein zentraler Grund dafür, dass ein solches Destillat überhaupt in der Lage war, über insgesamt 37 Jahre hinweg ununterbrochen im Fass zu reifen. In Verbindung mit der besonderen Reifungshistorie macht dies den Rum nicht nur besonders, sondern in dieser Form einzigartig.
Nach unserem heutigen Kenntnisstand – gestützt auf verfügbare Abfüllhistorien, Archivmaterial und Marktbeobachtung – wurde bislang kein Enmore-Rum mit einer vergleichbaren Reifezeit von 37 Jahren in Flaschen gefüllt. In diesem klar definierten Rahmen ist diese Abfüllung somit der älteste bislang veröffentlichte Enmore seiner Art.
Uns ist wichtig zu betonen: Es geht hierbei nicht um eine provokative Behauptung, sondern um eine präzise historische und technische Einordnung eines außergewöhnlichen Fasses, dessen Existenz selbst bereits eine Seltenheit darstellt.
Ich hoffe, diese Erläuterung trägt zu einer besseren Einordnung bei. Für einen weiteren fachlichen Austausch stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Das ließt sich dermaßen nach ChatGPT (die Fettungen und die Gedankenstriche) und bringt genau keinen Beleg für die Behauptung.
Naja. Sie werden das einzige Einhorn wohl sicher gefunden haben. ![]()
Edit. das einzige, was mich stutzig werden lässt ist die tropische Reifung. Weil die MECs und die MEA sind alle kontinental. Ein Drittel tropische Reife würde mich bei denen mehr als wundern.
Editedit. Puh, je öfter ich diese Antwort lese, desto mehr ärgert sie mich.
" eine elegante, wachsige Struktur, große Tiefe und eine bemerkenswerte Stabilität "
" Gerade diese Destillationsart ist ein zentraler Grund dafür, dass ein solches Destillat überhaupt in der Lage war, über insgesamt 37 Jahre hinweg ununterbrochen im Fass zu reifen"
So ein
Als ob die Coffey Still an irgendeiner stelle besser für die Reifezeit wäre als die Wood Pot Still. Einfach kompletter Nonsense dieser Text. Manmanman
Man darf gespannt sein… Ein waschechter “wooden column” EHP aus 1988 wäre natürlich absolut mega!![]()
Die bisherigen, letztendlich aufgedeckten “Schein-wooden columns” (aus 2004) waren am Gaumen auch für mich unverkennbar schwerere (“etwas säuerliche Lakritz”-) Destillate aus der Versailles-Pot.
Deswegen bin ich mittlerweile immer ziemlich skeptisch, wenn etwas Älteres angeblich aus der legendären Wooden kommen soll….
Dass viel spekuliert wird bzw. manchmal die Herleitung der Herkunft vielleicht etwas durcheinander kommt, das ist ja auch absolut nachvollziehbar, bei dem ganzen Herumgeschriebe der Stills in den letzten 50 Jahren…![]()
Aber träumen darf man ja…![]()
Amen …..
Ah, der Nerd-Faktor schießt in die Höhe! Sehr angenehm! ![]()
Ich bin bei @lukasdrinkinghabits, wenn man Clarendon und Long Pond nicht auseinander halten kann, dann fällt es schwer, einer “präzise[n] historische[n] und technische[n] Einordnung” viel Gewicht beizumessen ![]()
Genial wäre doch, wenn sich irgendwann zufällig herausstellt, dass es doch aus der “alles immitierenden” Savalle kommt…![]()
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Ja wunderbar… zurücklehnen und mitlesen. Dafür sind wir hier um von den Pros zu lernen ![]()
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Ich zitiere an der Stelle gerne Thomas Doll, der seinerzeit schon mal feststellte: “Alles bla bla bla ist das!”
Ich stimme Lukas da voll zu, das ist eine typische AI Antwort. Bereits der Einleitungssatz ist ja schon Mumpitz. Niemand nimmt an, ein Enmore stamme grundsätzlich immer aus der Versailles Still. Dass es EHP Destillate allerdings nur äußerst selten zu den Brokern geschafft haben ist Fakt. Das gilt aber für sämtliche Column Still Demeraras. Quasi jeder der alten Demeraras von den IB stammt aus den Pot Stills von Versailles oder Port Mourant.
Ich habe diesbezüglich keine Ahnung, aber dafür
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Ich habe da auch nur laienhaftes halbwissen und gebe die Infos von Gourmetpool auch nur weiter. Kann aber ja gerne Lukas Antwort an Gourmetpool weitergeben. Mal hören was sie dat sagen. Oder @AntiSEBtisch kann sich hier einklinken. Er hat doch einen sehr guten Kontakt zu Gourmetpool, sicher besser als ich.
Bitte gib die nicht so weiter. Zumindest nicht die zweite. Persönlich möchte ich doch gern etwas höflicher und strukturierter schreiben.
Aber ich kann es auch gut daruef bewenden lassen
Ich lese hier ebenfalls gespannt mit, aus Sicht eines Rum FANS ist es doch fantastisch zu sehen wie investigativ manch einer hier auf Zack ist.
Alles klar, aber wortwörtlich hätte ich das eh nicht weitergegeben. Sondern nur nochmal mit deinen Infos nachgefragt ![]()
Ich glaube nicht, dass man da weiter kommt.
Auf der einen Seite bringen sie einen Long Pond aus der Clarendon Distillery und auf der anderen Seite bringen sie einen Enmore mit dem Mark MEC, der aussieht wie ein MEC und die Umdrehungen hat wie ein MEC, aber behaupten steif und fest, er käme “nachweislich” aus der Coffey Still und untermauern das mit Pseudo-Ahnung, die uns Nerds, die sich seit vielen Jahren damit intensiv damit auseinandersetzen, mehr als nur stutzig macht.
Für mich klingt das alles nicht, als ginge es denen darum da wirklich etwas zu ergründen, sondern mit aller Macht die (nur teilweise) Exklusivität des Produkts versuchen zu schützen, für die man teuer bezahlt hat. Denn ansonsten würde man sich da ja auch ein bisschen was annehmen…
Ohne euch in eurer Diskussion unterbrechen zu wollen, würde ich gerne was absolut Sicheres veröffentlichen
Jetzt haste aber doch unterbrochen … ![]()
Hat seit einer Stunde keiner mehr was geschrieben. ![]()
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Nee, aber im Ernst, was war das heute mal wieder spannend hier, ich fühlte mich an alte Blog-Lese-Zeiten erinnert! Gerne weiter so! ![]()
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Ich glaube, @AliCante war’s, der hier in einem Nebensatz auch 2004er Abfüllungen ins Spiel brachte. Ich habe noch einen Rest in der Flasche MDXC Black von TRC (RumX-Nr. reiche ich nach - edit: RX7442), der schmeckt in der Tat etwas säuerlich-lakritzig und die Farbe ist schon mega dunkel (was für c = coloured spricht). So weit ich mich an frühere Diskussionen erinnere, sind die Angaben auf dem Etikett auch nur mit Vorsicht zu genießen, richtig?
Ach, ich liebe solche detektivische Recherchearbeit bzw. ihre Früchte! Hat wirklich was Wissenschaftliches. Und ich denke, heute wurde ganz analytisch und sauber und in Teamwork von euch rausgearbeitet, dass die Abfüllerangaben beim in Rede stehenden Rum einer eingehenden Untersuchung nicht standhalten können. Danke!!
Ich sage nur Ockhams Rasiermesser …



